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Auf nach Lübeck

Bewertung:  / 4
SchwachSuper 

Am 24. 09. machte sich die gesamte Mannschaft der SeaLions auf den weiten Weg nach Lübeck, um der dortigen UWR Mannschaft eine Lektion in spielerischer Überlegenheit zu geben.

Auf jeden Fall war das der etwas übermotivierte Plan, der schon früh auf der Fahrt in Jörgs Auto gefasst wurde.

Jörg hatte sich glücklicherweise am Tag zuvor noch bereiterklärt uns zu fahren, der Weg zu Fuß wäre dann doch etwas weit gewesen. (Ausgefallene Wettkämpfe haben also doch etwas Gutes. Jedenfalls für uns.) Mehr Fahrer brauchten wir auch nicht, von den gefühlten 200 Leuten, die im vergangenen Jahr lauthals Interesse bekundet hatten, sind dann effektiv nur 6 mitgekommen, immerhin genug für eine Rugby-Mannschaft.

Ein netter „Nebeneffekt“ des Ausflugs war es, dass wir Claas und Christina besuchen konnten, die es zusammen mit ihren Kindern vor 2 Jahren in den hohen Norden gezogen hat. Sie stellten uns auch netterweise ihr neues, aber bald schon wieder altes Haus als Unterkunft zur Verfügung. Schon nach dem Frühstück erfuhren wir aus einer diskreten Quelle, dass es am Abend noch eine Party geben würde. (Die diskrete Quelle war im Grunde genommen gar nicht so diskret und bestand aus einem schreienden, um den Tisch rennenden Mädchen, aber das tut nichts zur Sache.) Immerhin konnten wir neben unseren Gastgebern auch Gerd als 7. Mannschaftsmitglied begrüßen. Der hatte es sich nicht nehmen lassen, nach seinem Urlaub zu uns zu stoßen, um uns mit einigen gezielten Tritten beim Spiel zu unterstützen.

Bevor wir uns allerdings mit den Lübeckern messen konnten, hatten wir noch viel Zeit und so fuhren wir zunächst zu Claas neuem Haus (also dem neuen neuen Haus). Während ein Teil von uns dort eine kleine Trainingseinheit absolvierte (8*400m Dachbalken Tragen), bewachte der Rest Gerds Wohnmobil und sorgte für eine Dezimierung der Getränkebestände.

Nach einem Abstecher ans „Meer“ (Teich würde es wohl eher treffen), kam es dann aber doch zum erwarteten Testspiel. Von den 7 spielberechtigten Dortmundern wollten alle unbedingt über die volle Zeit spielen, doch jan erklärte sich freundlicherweise bereit, auf das Spiel zu verzichten, echte Aufopferung für die Mannschaft also.  Leider wollte auch keine Mannschaft Claas aufnehmen und so war auch er zum Zuschauen verdammt. Insgesamt spielten also 6 Seelöwen gegen 11 Lübecker mit effektiv 21 Trommelfellen. Beide Mannschaften erwischten nicht ihren besten Tag und die glorreichen Sieben (jan mitgezählt, sonst passt die Filmanspielung nicht mehr) kamen nicht über ein 2:2 heraus. Ein vielleicht anders gewünschtes, aber doch akzeptables Ergebnis, wenn man unseren Anreiseweg und die zahlenmäßige Überlegenheit des Gegners hinzunimmt.

Weil man von so einem Spiel insbesondere auch Hunger bekommt, fuhren wir im Anschluss in die Lübecker Innenstadt, wo wir es uns im Feuerstein gemütlich machten. Das kleine Restaurant, konnte vor allem mit seinen kleinen und fettreduzierten Gerichten überzeugen, was der kalorienbewussten Mannschaft gerade Recht kam. Auch sonst ist Lübeck eine wirklich schöne Stadt, nicht nur wegen ihrer (von früheren Geldscheinen bekannten) Sehenswürdigkeiten. Besonders gut haben uns angetrunkene Promoter einer bekannten Whisky Destillerie gefallen, die uns erstens zu einer Whisky-Probe genötigt haben und zweitens offenkundiges (wahrscheinlich aber eher geheucheltes) Interesse an unserem Sport hatten. Dass es für die hübschen Fotos von uns aber weder einen Party-Bus noch eine Telefonnummer gab, hat uns letztendlich aber doch etwas enttäuscht. Eine kleinere Gruppe von Wikingern sang uns dann nach dem Essen noch das traditionelle Hand-Mund-Geburtstags-Ständchen, sehr aufmerksam, auch wenn wir nicht feststellen konnten, wer Geburtstag hatte.

Bevor wir uns am nächsten Tag auf den Heimweg machten, besuchten wir noch die Segeberger Fledermaushöhlen. Trotz der von Claas im Voraus gebuchten Führung trafen wir in den Höhlen weder auf Batman noch auf entlaufene Indianer. Wahrscheinlich war es einfach die falsche Tageszeit.

Wir sind uns definitiv einig, dass dieses Spiel beizeiten ein Rückspiel braucht. Vielleicht lässt sich sowas ja verbinden mit einer Hauseinweihungsparty bei Claas....